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Wer in diesen Tagen nach ersten Infos zur Saison 2014 der Bühne Weitensfeld im schönen Kärnten sucht, erlebt eine bittere Enttäuschung. Die Bühne muss aufgrund mangelnder Zuschüsse den Festspielbetrieb einstellen. Auf der Homepage ist folgende Meldung zu lesen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebes Publikum!

Die zuständigen Abteilungen der Kärntner Landesregierung konnten sich leider nicht zeitgerecht dazu entschließen unsere Bühne weiterhin zu unterstützen.

Daher geben wir mit großem Bedauern bekannt, dass wir den Festspielbetrieb einstellen müssen.

Nach 19 ereignisreichen Jahren blicken wir auf viele wunderbare Momente zurück, für die wir Ihnen sehr dankbar sind.

Ihr Team der Karl May Festspiele Weitensfeld.

Wild West Romantik pur!

Wild West Romantik pur!

Eine Sensation für alle Karl May Fans in Österreich: in Gföhl wird wieder gespielt! Autor und Regisseur Rochus Millauer ist mit seinem Ensemble wieder da, wo er hingehört – in Gföhl. Ihm gelingt mit seiner „Silbersee“ Inszenierung ein großartiger Startschuss für die Winnetou-Spiele, die nun in eine neue Ära gehen. Die Vorstellungen auf der Naturbühne im Waldviertel sind gut besucht. Zur Premiere kamen sogar Bewohner aus dem 160 km entfernten Winzendorf, wo es zwar ebenfalls eine Karl May Bühne gibt, die aber dem Ensemble von Millauer „nachgereist“ waren, wie sie sagten.

Zum Inhalt:

Die Tramps jagen einer Karte nach, die zum Schatz im Silbersee führen soll. Dabei schrecken sie nicht vor Mord und Brandstiftung zurück. Winnetou, Old Shatterhand, Sam Hawkens, Gunstick Uncle und Lord Castlepool nehmen die Verfolgung der Tramps auf. Ebenso ein geheimnisvoller maskierter schwarzer Reiter, der mit dem Anführer der Tramps noch eine offene Rechnung zu haben scheint. Zur gleichen Zeit graben die Utahs das Kriegsbeil aus und wollen alle Weißen aus ihrem Gebiet vertreiben. Sie überfallen die Holzfäller und entführen Ellen. Winnetou und Old Shatterhand gelingt es, das Mädchen aus den Händen der Indianer zu befreien. Da entdeckt Winnetou, dass Ellen eine indianische Skizze, ein Andenken ihres Vaters, um den Hals trägt. Er erkennt die Bedeutung dieser Zeichnung – der Plan zum Schatz im Silbersee. Die Tramps haben mittlerweile, in Abwesenheit der Utahkrieger, deren Lager überfallen, um nach dem Plan zu suchen, werden aber nicht fündig. Old Shatterhand und seine Begleiter Sam und Gunstick Uncle sowie Lord Castlepool fallen in die Hände der heimkehrenden Utahkrieger und werden des Mordes an den indianischen Frauen und Kindern beschuldigt. Im Lager der Indianer müssen sie nach dem Beschluss des Rates der Alten um ihr Leben kämpfen. Winnetou, der sich kurz vor der Gefangennahme Old Shatterhands von ihm trennte, und Kleiner Bär, ein junger Tonkawa-Häuptling, dessen Vater Großer Bär von den Tramps in Sheridan, einem Handelsposten, ermordet wurde, bringen Ellen zurück zu den Holzfällern. Old Shatterhand und seine Begleiter werden trotz der gewonnenen Kämpfe von den Utahkriegern festgehalten, bis Winnetou und Kleiner Bär sie befreien. Dann wird die Verfolgung der Tramps wieder aufgenommen. Cornel und seine Banditen haben mittlerweile erfahren, dass Ellen den Plan besitzt. Sie entführen das Mädchen und reiten zum Silbersee, verfolgt von Winnetou und Old Shatterhand. Dort kommt es zum entscheidenden Kampf mit den Banditen.

Das Stück ist zwar sehr frei nach Karl May inszeniert ist, aber es enthält dennoch viele Motive der Buchvorlage und lässt richtig schönes Karl May Feeling aufkommen. Das liegt natürlich auch an dem tollen Blutsbrüderpaar, verkörpert von Max Spielmann als Winnetou und Oliver Roitinger als Old Shatterhand. Ganz edel wirken sie in ihren Rollen und transportieren dabei jene ethischen Ideale, für die Karl Mays Figuren auch heute noch geliebt werden, nämlich der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Über die Schlussszene werden sich die Karl May Fans besonders freuen, in der Winnetou aus der Ferne ein letztes Mal seinen Blutsbruder zum Abschied „Scharlih“ zuruft.

Winnetou und Ellen - eine Romanze bahnt sich an.

Winnetou und Ellen – eine Romanze bahnt sich an.

Die weibliche Hauptrolle wird von Anna Sophie Krenn verkörpert. Sie ist zum ersten Mal auf einer Karl May Bühne zu sehen und spielt die Rolle der Ellen, die als Waisenkind bei Holzfällern aufgewachsen ist und sich auch gegen Männer zu wehren weiß. Zwischen ihr und Winnetou kommt es sogar zu einer kleinen Romanze, berührende Szenen voller Dramaturgie, bei denen man eine Stecknadel fallen hören könnte. Für ausreichend Humor sorgen natürlich Rainer Vogl als Sam Hawkens, Gery Seidner als Lord Castlepool und Ben Turecek als reimender Präriepoet Gunstick Uncle. Einfach zu köstlich, vor allem die Pinkelszene …

Sam Hawkens, Lord Castlepool, Gunstick Uncle

Sam Hawkens, Lord Castlepool, Gunstick Uncle

Obwohl die Bösewichter besiegt werden, endet das Stück tragisch und hinterlässt einen ziemlich bitteren Beigeschmack. Das wurde aber bewusst so inszeniert und soll den Zuschauer zum nachdenken anregen. Rochus Millauer will mit seiner Inszenierung nicht nur einfach unterhalten, sondern auch die zeitlosen Werte von Karl May vermitteln, und das ist ihm wieder einmal überragend gut gelungen. Gespielt wird noch am Samstag d. 24. und Sonntag d. 25. August.

Fotos: Privat

Winzendorf 2013Gespannt erwarteten die Karl May Fans die Saison 2013 in Winzendorf. „Winnetou und der Ölprinz“ stand auf dem Programm. Eines schien auch den Verantwortlichen der Bühne klar geworden zu sein: einen weiteren Flop wie im Vorjahr darf es heuer nicht geben. In Internetforen für Schauspieler suchte man daher nach einem neuen Winnetou-Darsteller, der den Vorstellungen entsprach. Es begann ein großes Rätselraten, wen man schlussendlich in der Rolle des edlen Apachenhäuptlings zu sehen bekommen würde. Und dann die Überraschung: als in den Wiener U-Bahnen die ersten großen Poster zu sehen waren, stand bereits fest, Sascha Hödl ist der neue Winnetou. Auf der Website der Bühne dagegen dauerte es noch einige Zeit, bis man mit dieser Nachricht an die Öffentlichkeit ging. Nicht nur Hödl, sondern das gesamte Ensemble war eine Überraschung. Lauter junge Darsteller, die mit großer Leidenschaft eine grandiose Inszenierung auf die Bühne brachten. Allen voran Sascha Hödl, der einen edlen Winnetou verkörperte und Georg Blume, der einen richtig bösen Ölprinzen gab, der in einem spektakulären Finale sein verdientes Ende fand. Die Handlung war frei nach Karl May inszeniert, wobei man jedoch deutlich bemüht war, sich der Buchvorlage anzunähern – ganz im Gegensatz zur letzten Saison. Hier hat man in Winzendorf wieder auf einem guten Weg zurück gefunden. Regie führte – man höre und staune – eine Frau, nämlich die junge Holländerin Eveline Gorter. Sie war bereits als Musicaldarstellerin und Choreographin tätig und spielte in Hape Kerkelings Musical „Kein Pardon“ mit. In Winzendorf gab sie nun ihr Regie-Debüt, und das hat sie mit Bravour gemeistert. Wer bislang meinte, Karl May auf die Bühne zu bringen sei Männersache, wurde heuer eines besseren belehrt. Die Inszenierung von Eveline Gorter war ebenso temporeich und actiongeladen wie vergangene Stücke von Rochus Millauer. Kritisch zu werten ist nach wie vor die Darstellung des Sam Hawkens, der in Winzendorf erneut als vertrottelte Witzfigur am Rand erscheint. Bitte nicht missverstehen – Michael Dreesen macht seine Sache überragend gut und läuft zu schauspielerischen Höchstleistungen auf, aber so stellt man sich Sam Hawkens beim besten Willen nicht vor. Hier sollte man noch am Drehbuch arbeiten. Dagegen hätte die Rolle des Kantor Hampel, der im wilden Westen eine Oper komponieren will, viel besser zu Michael Dreesen gepasst. Diese Figur hatte man in der Winzendorfer Inszenierung jedoch leider ganz gestrichen. Dafür wurde Sam Hawkens von der Muse geküsst und wollte sich als Komponist versuchen. Schade. Man hätte sich an dieser Stelle tolle Dialoge zwischen Hawkens und dem Kantor vorstellen können. Doch so hat man hier leider viel Potential verschenkt. Aber vielleicht lernt man daraus und macht es 2014 anders. „Winnetou und der Schatz im Silbersee“ steht bereits auf dem Programm. Dreesen wäre geradezu prädestiniert für die Rolle des Lord Castlepool. Fazit: Winzendorf bot in diesem Jahr wirklich eine gelungene und mitreißende Inszenierung, und wer mittlerweile über die unnötige Überdachung der Bühne hinwegsehen konnte, kam ganz auf seine Kosten.

Winzendorf 2013

Tunnel-Feeling statt Freilicht-Romantik: Gegenlicht von der Sonne gab es auch an den Spätvorstellungen, und trotz Beleuchtung standen die Darsteller oft im Dunkeln.

Fotos: Privat

Es ist Anfang Juni, halb Österreich steht unter Wasser, und da ist an die Karl-May-Saison 2013 irgendwie noch gar nicht zu denken. Trotzdem wollen wir einen kleinen Ausblick auf die Festspiele in Gföhl bringen, von denen man in diesem Jahr sehr viel erwarten darf. Gespielt wird DER Klassiker schlechthin – “Der Schatz im Silbersee”. Und die Hauptrollen hätten nicht besser besetzt sein können: Maximilian Spielmann (Winnetou) und Oliver Roitinger (Shatterhand) zeigten bereits 2011 in Winzendorf, dass sie sich vor den Darstellern der großen deutschen Bühnen nicht verstecken müssen. Am meisten werden sich die Fans der österreichischen Szene aber sicher über Rainer Vogl und seine Rückkehr nach Gföhl freuen. Auch wenn man in Deutschland über ihn geteilter Meinung ist, in Österreich ist er definitiv der gößte und beste Westmann aller Zeiten, und in seiner Paraderolle als Sam Hawkens kann ihm hierzulande niemand das Wasser reichen. Welcome back Sam – meine Fresse! In der weiblichen Hauptrolle wird Anna Sophie Krenn als Ellen zu sehen sein. Sie gilt als ein großartiges Nachwuchstalent. In diesem Jahr stand sie bereits als Anne Frank in “Anne Frank – Das Tagebuch” unter der Regie von Rochus Millauer auf der Bühne und bot eine grandiose Vorstellung, bei der das Publikum zu Tränen gerührt war. Im “Schatz im Silbersee” darf natürlich auch Lord Castlepool nicht fehlen. Der wird diesmal von Gery Seidner verkörpert, der ebenfalls aus der österreichischen Karl-May-Szene nicht mehr wegzudenken ist. Neben den Karl-May-Stücken ist Seidner auch im Wiener Theater Center Forum mit dem Ensemble-19 auf der Bühne zu sehen. Mit diesem Ensemble inszenierte er im Frühjahr den Komödienklassiker “Die spanische Fliege”. Die Vorstellungen waren ausverkauft, so dass das Theater für 2014 bereits eine Wiederaufführung eingeplant hat. Seidner ist außerdem als Hörspielsprecher in dem Kinderhörspiel “Tuluba und die seltsamen Tierpfleger” in der Rolle des Raben Korax zu hören. Das gesamte Gföhler Ensemble findet man hier: http://www.winnetouspiele-gfoehl.at/de/Darsteller_2013.htm

Das Rätselraten über die ungewisse Zukunft der schönen Naturbühne in Gföhl hat ein Ende. Rochus Millauer gab heute via Facebook bekannt, dass er diesen Sommer in Gföhl den “Schatz im Silbersee” inszenieren wird. Das Ensemble steht bereits fest: Maximilian Spielmann und Oliver Roitinger werden nach ihrem großen Debüt in Winzendorf im Jahr 2011 zum zweiten Mal das beliebte Blutsbrüderpaar spielen. In Kürze wird auch die offizielle Website online gehen. Mit Rochus Millauer kehrt ein Mann zurück nach Gföhl, der wie kein Zweiter diese Bühne geprägt hat. Sein Erfolgsgeheimnis: “Wenn ich ein Drehbuch schreibe, dann habe ich immer einen Film vor Augen. Meine Karl-May-Inszenierungen sollen wie ganz großes Kino auf die Zuschauer wirken.”

Lange war die Website von den Karl May Festspielen in Winzendorf offline, und nach der schlechten Inszenierung von “Winnetou II” im vergangenem Sommer entstand ein großes Rätselraten um die Zukunft der Bühne. In einem Punkt waren sich alle Kritiker aber einig: mit den drei Hauptdarstellern würde man im nächsten Jahr das Publikum endgültig vergraulen. Ein Winnetou, der wie in einem Musical lachend über die Bühne tanzt, kommt nun mal bei den Fans nicht an. Das dürfte mittlerweile auch der Bühnenbesitzer Martin Exel verstanden haben, denn er sucht in diversen deutschen Jobforen nach einem neuen Winnetou für die diesjährige “Ölprinz” Inszenierung. Warum er allerdings nicht auf die bewährten Darsteller aus Österreich zurückgreift, bleibt nach wie vor ein Rätsel.  Aber wenn schon der Möchtegern-Winnetou gehen muss, dann soll man auch bitte gleich die Tür für den Shatterhand-Darsteller aufhalten und ihn samt seiner schmierigen Perücke und dem Sam Hawkens Darsteller mit seinen nicht vorhandenen Reitkünsten hinterher schicken. Kommt Zeit, kommt Tür. Hoffentlich! Und wenn man schon dabei ist, sollte man sich gleich nach einem neuen Drehbuchautor umsehen, damit man in Winzendorf endlich wieder auf eine echte Karl May Inszenierung hoffen kann. Naja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt …

Quelle: Karl May Festspiele Weitensfeld

Wer die Faszination von Karl May auf einer Freilichtbühne in Österreich erleben will, kommt nur noch in Kärnten auf seine Kosten. Nach den fragwürdigen baulichen Veränderungen in Winzendorf und nach dem Aus in Gföhl ist Weitensfeld die einzig verbleibende Freilicht- und Naturbühne Österreichs, auf der hierzulande Karl-May-Inszenierungen aufgeführt werden. Traurig, aber wahr. Dafür lohnt sich aber die weite Anreise, denn Weitensfeld ist die größte Naturbühne Europas. In diesem Jahr wurde dort das Stück “Winnetou und der Ölprinz” in einer sehr freien Inszenierung umgesetzt. Noch zweimal reitet Thomas Koziol am kommenden Wochenende als Winnetou über die Bühne, der sein Volk gegen den korrupten Geschäftsmann Mr. Grinley, der auch “Ölprinz” genannt wird, schützen will. Grinley will gemeinsam mit den Finders-Banditen die Apachen von ihrem Land vertreiben und sein Imperium ausdehnen. Winnetou erhält Unterstützung von Old Firehand, der sich in Grinleys Nichte Michelle verliebt. Als Ölprinz ist übrigens Leandros Caras zu sehen, der auch auf eine Karriere als Sam Hawkens zurück blicken kann. In dieser Saison hat er die Rollen gewechselt und gibt nun erstmals den Bösewicht.

Info: www.karlmayfestspiele.at

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